8th Apr, 2008

Kundengespräche

Ich hatte angefangen, ein paar Alt-Kunden anzuschreiben und Ihnen Webentwicklung für die Internetpräsenz anzubieten. Natürlich nicht mehr zu den Preisen, die ich vor Jahren mal als “Schüler” hatte. Das ist ja nun doch schon mehr bei mir. Der Kunde, ein Immobilienmakler, war sogar sehr begeistert von dem Angebot, vereinbarte einen Termin, sagte überall zu, wir haben ein Testdesign also preview-layout fertig gemacht sind hingefahren. Das Layout gefiehl sogar bis auf ein paar Kleinigkeiten.

Es fing an mit:

“Wir wollen mehr Rot und Grau in der Internetseite haben, weil wir unser CI komplett ändern”

Jeder Mensch weiss ja, das sich Rot bei Internetseiten oftmals nicht gut verarbeiten lässt. Jedenfalls kommt es dann darauf an, wie das Zusammenspiel ist und was für ein Rot genutzt werden sollte. Da mir das Rot ein wenig Suspekt war, schliesslich ist das ein eigentlich sehr seriöser Immobilienmakler und ein Familienunternehmen, fragte ich nach warum Rot und erklärte das die Farbe sich nicht eignen würde. Daraufhin hieß es:

“Ja aber schau dir mal die Bild an. Die haben Rot und sind total bekannt”

Ok.. Ich bezweifel zwar, das diese Zeitung gelesen wird weil sie rote farbe hat und ich frage mich wie der Immobilienmakler in seinem “Beruf” einen Vergleich zu dieser Zeitung ziehen kann, aber das soll schon passen. Also rot.. Was für ein Rot? Natürlich das sauberste und knalligste Rot welches es gibt. Im Zusammenspiel mit Grau, ein Disaster.

Daraufhin, wurde mir dann eine Internetseite als Beispiel gezeigt, wo ebenfalls Immobilien verkauft werden. Und zwar “billig”. Nein liebe Leser. Bitte verwechselt den Begriff “billig” nicht mit “günstig”. Die Seite sah aus wie eine Haufen aneinander gereihter Bilder im Geiz-ist-Geil-Stil mit ganz vielen blinkenden..

Meine Frage:

“Ihr wollt aber schon noch seriös wirken, als Familienunternehmen, oder?”

Die Antwort:

“Ja, warum denn nicht? Ich mein die Seite sieht zwar nicht gut aus, aber der verkauft total viel”

-snip-

Wir haben dann, entsprechend der Anforderungen ein neues Testdesign erstellt und vor Präsentation auf die Auftragsbestätigung gewartet, die nicht kam. Dann kam die Begründung:

“Wir werden dieses oder nächstes Jahr eine Werbeagentur beauftragen die uns komplett neu ausstattet, mit Flyern, Visitenkarten, Broschüren, Internetseite und vielem mehr. Mit diesen werden wir auch Innenausstattungen für Immobilien verkaufen. Das wird uns so 30 000 Euro kosten, deswegen lohnt es nicht, jetzt eine Internetseite zu erstellen. Weil wir dann in kurzer Zeit zu oft wechseln und das Geld sparen könnten.”

Jeder kann sich vorstellen, das die Präsenz die ich denen anbot, unter 1000 Euro gekostet hätte. Wenn man von Beträgen um die 30k spricht, dann aber sagt unter 1k könne man sparen, ähm.. Ach. Egal. Viel Interessanter ist die Tatsache, davon zu sprechen und dann mal hochzurechnen was ein Makler so verdient:

Wenn eine Immobilie fuer 200 000 verkauft wird, bekommt ein Makler davon 5% das sind dann 10 000.00 Euro. Nehmen wir mal an, das von den 10 000.00 20% an 4 Mitarbeiter gehen (Familienunternehmen) und die restlichen 20% in die Firma gesteckt werden. Dann hätten wir: 2000 Euro für die Firma + jeden Mitarbeiter. Abzgl. der Steuern und Versicherungen, bleibt da mindestens 1300 Euro übrig.

Jetzt verkauft ein Immobilienmakler in einem ganzen Monat aber nicht nur eine Immobilie.. Ich würde sagen 2-3 sind bei kleineren Immobilienmaklern drin. 1300*3 = 3900 Euro. Einigen wir uns also darauf, das ein Immobilienmakler zwischen 1,5k und 2k monatlich ganz gut verdienen bzw. übrig haben kann und rücklagen für die Firma selbst, bleiben.

Die Argumentation von dem Typen, war also definitiv Müll.

Andererseits läuft der Immobilienmarkt derzeit angeblich nicht gut. Ich persönlich denke ja, das die einfach kein Geld haben.

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